Krankheiten bei
Kornnattern
Eine Kornnatter ist sehr robust und erkrankt nur selten , falls sie trotz
artgerechte Haltung mal erkrankt ist ein reptilienkundiger Veterinär
aufzusuchen, Adressen gibt es im entweder beim DGHT oder durch andere
Schlangenhalter.
Maulfäule bzw. Maulentzündung
Sie wird meist durch Bakterien ausgelöst, die auch bei gesunden Tieren
nachgewiesen wird. Bei Tieren mit einem falschen Immunsystem(Vitaminmangel,
Stress, falsche Haltung) kann die Krankheit dann ausbrechen. Nicht behandelte
Tiere bekommen schwere Schäden am Kopf die den Tod zur Folge hat. Typische
Zeichen sind ein leicht geöffnetes Maul , gerötetes Zahnfleisch , leise
Atemgeräusche und keine Lust zum Fressen. Eine leichte Entzündung lässt sich mit
Essig- Wasser -Gemisch behandeln (1:3); dabei wird die Schlange fixiert und mit
einem getränkten Wattestäbchen die Mundhöhle betupft. Schwere Entzündungen
müssen immer zum Tierarzt.
Lungenentzündung
Die bakterielle Lungenentzündung wird auch durch Stressfaktoren ausgelöst, wie
zum Beispiel: kühle Haltung, ungenügende Hygiene, Parasitosen, oder bei
Mangelerscheinungen. Typische Symptome sind Atmen mit geöffneten Maul,
Atemgeräusche, übermäßig viel Schleim im Maul und eine Rötung der Luftröhre. Da
die Reptilien kein Zwerchfell haben können sie den Schleim nicht
hinausbefördern. Darum haben die Schlangen bei chronischer Pneumonie meist große
Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen. Als erstes sollte man eine Tupfer- oder
Spülprobe aus der Luftröhre (Trachea) für eine bakteriologische Untersuchung
entnommen werden. Bei positivem Ergebnis wird das Tier mit Antibiotikum
behandelt, es empfiehlt sich auch eine Inhalation: Es wird Dampf mit einem
Ultraschall- Inhalators direkt in den Behälter der Schlange geleitet. Es
empfiehlt sich als Medikament Breitbandantibiotikum(z.b. Gentamicin) und
ätherische Öle. Wichtig ist auch Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Infusionen und
Vitamin C.
Bakterielle oder mykotische Hautentzündung
Bei zu feuchter Haltung allerdings kann es zu Hautpilzerkrankungen (Mykosen)
kommen, sie beginnen mit Rötungen und borkiger Verdickung . Vor Auftragen von
Medikamente müssen diese Beläge entfernt werden. In jedem Fall soll ein Tierarzt
hinzugezogen werden, zur Behandlung von Hautmykosen können Antiseptika (z.b.
Betaisodona) oder Antimykotika.
Legenot
Wenn das Weibchen trächtig ist und über die Zeit hinaus nicht in der Lage ist
die Eier abzulegen spricht man von Legenot. Ihr Inhalt verkäst und verklebt mit
dem Eileiter, nach 2-4 Wochen stirbt das Weibchen an eitrigen Eileiterentzündung
in Verbindung mit Bauchfellentzündung. Ursächlich für Legenot ist ungeeigneter
Eiablageplatz, Stressfaktoren, unbefruchteter oder abnorme Eier in Frage. Diese
Tiere müssen sofort zum Tierarzt.
Milben
Diese Krankheit ist nicht nur lästig sondern durch den Entzug von Blut und
Lymphe zu ernsthaften Erkrankungen. Zur Behandlung nimmt man Organophospate, die
über eine Störung der Reizung von Nerv auf Muskel des Enzyms
Acetylcholinesterase zur Lähmung und zum Tod des behandelten Tieres (im
günstigen Falle der Milbe) führen. Da die Milbe ihre Hornhaut schneller das Gift
durchdringt als beim Reptil nimmt man als diese Mittel. Aber sie sind nicht
ungefährlich und darum kann man auch mit Neguvon behandeln, man tränkt ein
Leinensäcken mit der 0,2 % Lösung , dann trocknen lassen und dann die Natter
mehrere Stunden in dem Säckchen lassen. Alternativ kann man auch Insektenstrips
mit Dichlorvos nehmen. Auf alle Fälle muß das Terrarium fast ganz ausgeräumt
werden und der Bodengrund entfernt werden, damit die Milben keine
Rückzugsmöglichkeiten haben. Vor allen Dingen muß man die Natter beobachten ob
sie apathisch wird oder die Nahrung verweigert oder übererregt ist, das könte
auf eine Vergiftung der Organophospat sein. Die Tiere bewegen sich wie wenn sie
betrunken wären, dann muß sofort die Behandlung abgebrochen werden, der
Dichlorvos- Strip entfernt werden und das Terrarium gut belüftet werden. In ein
paar Tagen verschwinden die Symtome wieder wenn man es im Anfangsstadium
festgestellt hat. Da Dichlorvos nur Milben und deren Larven nicht aber den
Milbeneiern gegenüber wirksam ist muß man die Behandlung lange genug
durchgeführt werden um alles abzutöten. Frontline wurde auch schon ausprobiert
man verdünnt mit Wasser 1:1., besprüht Einrichtung und Schlange. Eine
Wiederholung nach 12-14 Tagen ist erforderlich. Aber es ist leider auch nicht
ganz ungefährlich und hat schon bei Jungtieren zu Todesfällen geführt. Als
Behandlung an der Schlange kann man sie durch ein mit Sonnenblumenöl getränktes
Tuch gleiten 3&3 Tage 1& täglich und immer 1 Woche Pause dazwischen , aber dabei
muß man das Terrarium wie vorhin beschrieben behandeln.